HARL.E.KIN-NACHSORGE

Dieses Angebot richtet sich an Familien mit einem früh- oder risikogeboreren Kind im Übergang von der Klinik nach Hause

Laut einer Studie der WHO wird eins von zehn Babys weltweit zu früh geboren. Die Zahl ist dabei in nahezu allen Industrieländern steigend. In Deutschland kommen pro Jahr rund 60.000 Kinder zu früh zur Welt.

Jede zu frühe Geburt oder Erkrankung eines Neugeborenen bringen Kind und Eltern in eine neue, meist unerwartete Situation. Sie stellt hohe Anforderungen an die ganze Familie. Je früher die Geburt erfolgt, um so höher sind trotz der großen Fortschritte in der Neonatologie die Risiken für die kindliche Entwicklung. Für die Eltern ergeben sich daraus Verunsicherungen und psychosoziale Belastungen bis hin zu traumatischen Erfahrungen.

Genau hier setzt die Harl.e.kin-Nachsorge an. Der Name Harl.e.kin stammt vom Pilotprojekt am Krankenhaus München-Harlaching (Harlaching-Eltern-Kind).

Die Harl.e.kin-Nachsorge ist für die Familien kostenlos.

Ihre Ansprechpartnerin:

Mitarbeiterbild von Melanie Reinbold

Dr. phil. Melanie Reinbold
Sozialpädagogin
Telefon: (0 84 31) 39 14 98 41
Mobil: (01 77) 75 15 526

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Die Idee der Harl.e.kin-Nachsorge

Das Nachsorgeangebot ist niedrigschwellig und zeichnet sich durch ein breites Indikationsspektrum aus, das kindliche und elterliche Gründe gleichermaßen aufgreift.

Die Harl.e.kin-Nachsorge richtet sich also an Familien

  • mit einem frühgeborenen Kind, insbesondere auch an Familien mit „späten Frühgeborenen“, deren Belastungserleben in der Vergangenheit oft unterschätzt wurde
  • mit einem risikogeborenen Kind, z.B. bei Erkrankungen oder Belastungen in der Schwangerschaft, während der Geburt bzw. in der Neugeborenenzeit

Die Harl.e.kin-Nachsorge reagiert gleichermaßen auf die Bedürfnisse der Eltern, wenn diese verunsichert und/oder belastet sind aufgrund

  • der erhöhten Anforderungen durch die Früh- oder Risikogeburt oder Erkrankung ihres Kindes
  • individueller Vorbelastungen, wie frühere Aborte, Totgeburten und andere Verlusterfahrungen
  • anderer zusätzlicher psychosozialer Belastungen

Die Ziele der Harl.e.kin-Nachsorge

Ziel der Harl.e.kin-Nachsorge ist die Begleitung von Familien mit einem früh- oder risikogeborenen Kind im Übergang von der Klinik nach Hause.

Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die Stärkung der elterlichen Kompetenzen durch eine fachgerechte Beratung in den Bereichen Pflege, Eltern-Kind-Interaktion und kindliche Entwicklung.

Deshalb stehen den Familien bereits im Übergang von der Klinik nach Hause eine vertraute Kinderkrankenschwester der Kinderklinik und eine erfahrene Fachkraft der örtlichen Frühförderstelle zur Seite. Denn nach der umfassenden Betreuung auf Station stellt die Klinikentlassung oftmals eine erneute Phase der Verunsicherung dar.

Die Gewissheit der Eltern, auch zu Hause kompetent und fachlich durch Besuche oder telefonische Beratung weiter begleitet zu werden, erleichtert vielen Familien den Schritt nach Hause.

Die Harl.e.kin-Nachsorge berücksichtigt gleichermaßen kindliche und elterliche Gründe als Indikationen für die Nachsorge. Insofern schließt die Harlekin-Nachsorge als sekundär präventives Angebot eine Lücke innerhalb der bestehenden Nachsorge- und Versorgungssysteme:
Denn sie erreicht Familien, die i. d. R. ohne weitere fachliche Unterstützung entlassen werden. Die Harl.e.kin-Nachsorge setzt sich zum Ziel, die elterlichen Kompetenzen zu stärken sowie die Elternzufriedenheit zu erhöhen und schafft damit nachhaltig wesentliche Voraussetzungen für eine bestmögliche Entwicklung des Kindes.

Die Schwerpunkte der Harl.e.kin-Nachsorge

Inhaltlich zentrale Schwerpunkte der Harl.e.kin-Nachsorge sind

  • Anleitung und Beratung in der Pflege,
  • problematisches Schlaf- und Trinkverhalten des Kindes,
  • Gewichtszunahme,
  • Fragen zur Entwicklung,
  • Eltern-Kind Interaktion oder sozialrechtliche Fragen

Bei Bedarf erfolgt eine Vernetzung zu anderen Fachdiensten.

Die Strukturen der Harl.e.kin-Nachsorge

Die Harl.e.kin-Nachsorge ist ein bayernweit niedrigschwelliges Nachsorgemodell. Am Standort Neuburg kooperieren die KJF Klinik Sankt Elisabeth, Klinik für Kinder und Jugendmedizin, die Frühförderung der AWO Neuburg, des Caritas Zentrums St. Vinzenz Ingolstadt und die Frühförderstelle des Pädagogischen Zentrums, Förderkreis + Haus Miteinander Ingolstadt. Die Trägerschaft hat die ELISA-Familiennachsorge inne.

Die fachliche Leitung und Begleitung

der Harl.e.kin-Nachsorge in Bayern liegt bei der Arbeitsstelle Frühförderung Bayern als zentrale Koordination aller Harl.e.kin-Standorte.

Gefördert wird die Harl.e.kin-Nachsorge in Bayern vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration und durch Spendenmittel.

Das ELISA Har.l.ekin-Team